12.01.2016

"Schlaue" mobile Werbeformate kombinieren Zeit, Ort und die Situation des Nutzers

Florian Resatsch, Geschäftsführer Ströer Mobile Media, über aktuelle Trends in der mobilen Werbung.

Die Zahl der Smartphone-Besitzer ab 14 Jahren hat im ersten Quartal 2015 die Marke von 44 Millionen überschritten – ein Anteil von 63 Prozent*. Und fast alle, die ein Smartphone besitzen, gehen damit auch ins Internet. Wollen Werbungtreibende ihre Kunden also direkt und individuell ansprechen, bietet sich der mobile Kanal als perfekter Kandidat an. "Schlaue" mobile Werbeformate werden so in Zukunft weiter an Bedeutung gewinnen.

Bisher beschränkt sich die mobile Werbung oft noch auf den Einsatz von standardisierten Bannern. Die vorhandenen Möglichkeiten zur persönlicheren Kundenansprache rücken jedoch immer mehr in den Fokus. Vor allem auch, weil mobile Ads, die einen Mehrwert für den User bieten – wie zum Bespiel „Last Mile“-Angebote, Retargeting oder ein einfacher lokaler Bezug – eine höhere Akzeptanz als national ausgesteuerte Mobile-Kampagnen bei Usern haben. Eine positive Auswirkung auf die Conversion Rate ist die logische Folge.

Nutzersituation „nutzen“
Die Art und Weise, wie ein Nutzer zum Beispiel sein Telefon hält, verrät viel über seine derzeitige Situation. Ist es senkrecht, schaut der Nutzer im Liegen auf das Display, ist es waagrecht, vermutlich im Stehen. Einige SDKs können bereits heute den Winkel, in dem sich das Telefon befindet, messen. Kombiniert mit der Uhrzeit könnte man den Empfänger der Werbebotschaft konkret ansprechen: „Na, noch im Bett – Zeit zum Aufstehen“ und dann auf ein entsprechendes Produkt hinweisen. Dieses Wissen und das schlaue Interpretieren der Situation des Nutzers werden in Zukunft entscheidend für die Performance der mobilen Werbung werden.

Mobile Bewegtbild
Bewegtbildinhalte, ein zentraler Treiber des Online-Marktes, werden in Zukunft auch vermehrt eine große Rolle im Mobile-Bereich spielen. Der moderne Multi-Screen-Nutzer sieht Bewegtbildinhalte auf allen Plattformen. Werbungtreibende haben erkannt, dass Kampagnen, die über alle digitalen Screens geplant werden, zusätzliche Reichweiten und bessere Werbewirkung erzielen. Der Strukturwandel in der Werbeindustrie, der sich insbesondere in der fortschreitenden Digitalisierung der Medienangebote niederschlägt, wird im Geschäftsjahr 2015 das Wachstum von Mobile Bewegtbild weiter beschleunigen.

iBeacon / NFC
Handelskunden können von einer weiteren Entwicklung profitieren: Durch die iBeacon- und NFC-Technologie lässt sich die reale mit der digitalen Welt hervorragend verbinden. Über die modernen Technologien können die Mechaniken des E-Commerce in den stationären Handel integriert werden. Werbungtreibende haben dadurch in Zukunft die Möglichkeit, Kampagnen sinnvoll zu ergänzen und können gleichzeitig ihre Servicefunktionen für Kunden ausbauen.

Im Fokus der Entwicklung von Mobile steht immer mehr die Kombination von Zeit, Ort und Situation des Nutzers. Die „Überall-Verfügbarkeit“ des Webs gepaart mit der zunehmenden Mobilität eröffnen neue, kreative Kommunikationsmöglichkeiten. Abgestimmt auf die individuellen Präferenzen der Nutzer lässt sich so ein zielgerichtetes und effektives One-to-One-Marketing realisieren.

* bitkom Pressemitteilung "44 Millionen Deutsche nutzen ein Smartphone" (25.03.2015)

Dr. Florian Resatsch
ist Geschäftsführer der Ströer Mobile Media. Er ist innerhalb der Ströer-Gruppe der Experte für lokal und hyper-lokal ausgesteuerte Online-Werbung auf mobilen Endgeräten (Location Based Advertising) und ein renommierter Experte in Europa für ortsbasierte mobile Dienste.

Im Jahr 2007 gründete Dr. Florian Resatsch das Unternehmen Servtag mit, das u. a. den mobilen, geo-basierten Dienst Friendticker entwickelte. Später entstand unter dem Dach von Servtag das ortsbasierte mobile Werbenetzwerk Radcarpet. Radcarpet wurde Anfang 2013 von der Ströer Gruppe übernommen und wird seitdem unter der Marke Ströer Mobile Media fortgeführt. Vor der Gründung von Servtag arbeitete Dr. Florian Resatsch als Projektleiter beim Institute of Electronic Business (IEB) in Berlin im Bereich Mobile & Wireless Communication.

Dr. Florian Resatsch studierte Betriebswirtschaftslehre an der Universität Augsburg. Als wissenschaftlicher Mitarbeiter an der Hochschule der Künste in Berlin im Bereich Electronic Business arbeitete er intensiv mit dem Bereich der Prototyp-Entwicklung der Fakultät Informatik der Technischen Universität München zusammen. Sein Forschungsschwerpunkt lag im Bereich der allgegenwärtigen Informations- und Kommunikations-Infrastrukturen. Er promovierte an der Technischen Universität München im Fachbereich Informatik.