In der postmodernen Stadt wird die Stadt als Ganzes zu einem ästhetischen Erlebnisraum, in der die Bewohner Gestalter wie Genießer des städtischen Raums gleichzeitig sind. Die ganze Stadt wird zu einer großen Ausstellungsfläche. Street Art oder auch Urban Art nimmt einen großen Teil dieser Ausstellungsfläche ein. Waren Graffitis früher als illegale Schmierereien verpönt, ist Street Art inzwischen gesellschaftsfähig geworden und hält sogar Einzug in Museen und Messen. 

Urban Art verändert öffentliche Räume allerdings in einer Art und Weise, die über die rein materiell-physische Ebene hinausgeht. Die Veränderungen wirken sich je nach Kunstform, Ort und Umsetzung unterschiedlich aus. Street Art Künstler nutzen den öffentlichen Raum als Bühne zur Selbstdarstellung und zur Kommunikation mit den Bewohnern einer Stadt und tragen damit zur Diskussion und damit indirekt zu einer Wertgewinnung von öffentlichen Räumen bei. Sowohl Graffiti als auch Street Art kommentieren und illustrieren Orte in öffentlichen Räumen und geben Impulse zur Kommunikation und Interaktion. 

Im städtischen Gefüge von Milieus kann Urban Art auch zur Orientierung beitragen: Da Urban Art sich Flächen symbolisch aneignet, schafft sie Kennzeichnungen im öffentlichen Raum, die Bewohnern und Besuchern als Orientierungspunkte dienen können.

Never give up trying to do what you really want to be happy


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Street Art Künstler bewegen sich dabei noch oft auf einem schmalen Grad, da es teilweise noch illegale Gestaltungen sind. Bei legalen Umsetzungen entsteht durch eine qualitativ bessere Ausführung auch eine größere Akzeptanz in der Bevölkerung. 

Ströer unterstützt daher Kunstprojekte auf der Straße und stellt den Künstlern Säulen oder Großflächen zur Verfügung: „Never give up trying to do what you really want to be happy“: Dieser Slogan zierte im August zum Beispiel eine Litfaßsäule in Köln. Hinter der besonderen Gestaltung steckte der Aachener Street Art-Künstler Señor Schnu, der Anfang August eine Litfaßsäule im Street Art-Style gestaltet hat. Markenzeichen des 30-jährigen ist ein Eis am Stiel; mit einem individuellen Gesicht und in verschiedenen Farben, aber grundsätzlich positiv gestimmt. Seit 2007 zeichnet, pinselt und klebt der Künstler sein Markenzeichen im öffentlichen Raum. Längst gehören die bestielten Gesichter in Aachen, Köln, Barcelona und zahlreichen weiteren europäischen Metropolen zum Stadtbild. Wertvolle Materialien verwendet der Straßenkünstler hierbei nicht. Für ihn könne alles zu Kunst werden, betont Señor Schnu, der in diesem Jahr nach Berlin gezogen ist, um seine künstlerische Arbeit in die Hauptstadt zu verlagern. In Köln hat der Künstler sogenannte Paste Ups verwendet, Papierstücke und Kleister, mit denen die Säule komplett beklebt wurde. 

Immer häufiger lässt sich auch beobachten, dass mit Street Art für Marken geworben wird. Die Vermischung ist zwar pikant, da die Straßenkunst oft als konsum- und gesellschaftskritisch gilt, aber die Künstler müssen nicht mehr illegal und schnell arbeiten, es geht um Qualität und die Kommunikation und Interaktion mit dem urbanen Lebensraum.

 

1963

begann Gérard Zlotykamien als erster Künstler überhaupt im öffentlichen Raum zu arbeiten.


 

40

StreetArt-Künstler präsentierten im Rahmen des diesjährigen Kölner Cityleaks-Festivals ihre Werke.