09. August 2019

Clean Tech: Was rettet uns?

Für Nachhaltigkeit und ein besseres Klima: Clean Tech ist auf dem Weg die Wirtschaft zu erobern.

Im Angesicht des Klimawandels hoffen viele Menschen auf die eine erlösende Technologie, die dafür sorgt, dass Emissionen reduziert, Ressourcen geschont und damit die Klimaerwärmung gestoppt bzw. reduziert wird. In diese Richtung geht die Idee der s.g. Clean Tech, wenn auch weniger reißerisch. Zudem geht es dabei viel mehr um eine Vielzahl von kleineren Nischentechnologien, anstatt die eine große Lösung zu finden.

Eine eindeutige Definition gibt es für Clean Tech (zu Deutsch: Saubere Technologie) nicht. Das Deutsche Clean Tech Institut (DCTI) definiert den Begriff als „die Idee, durch den Einsatz neuartiger Verfahren, Produkte und Dienstleistungen Effizienzerhöhungen, Leistungs- oder Produktivitätssteigerungen bei gleichzeitiger Emissionsreduktion und Ressourcenschonung zu erzielen.“

Es geht dabei auch darum, den steigenden Bedarf an Gütern bzw. Dienstleistungen mit der dringend notwenigen Klimaschonung in Einklang zu bringen. Ökonomische und ökologische Aspekte müssen also in eine Kombination gebracht werden. Kern von Clean Tech ist in der Idealvorstellung ein umweltschonendes und nachhaltiges Wirtschaftswachstum. Getrieben wird die Idee dabei gleichermaßen von dem ökonomischen Streben nach Effizienz-Steigerung wie auch dem politischen Willen zu CO2-Regulierung.

Es geht dabei auch darum, den steigenden Bedarf an Gütern bzw. Dienstleistungen mit der dringend notwenigen Klimaschonung in Einklang zu bringen.


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Die Bereiche, in denen Clean Tech eine Rolle spielt, sind breit gefächert. Das DCTI hat sechs Leitmärkte identifiziert, die sich in verschiedene Anwendungsbereiche unterteilen:

  • Umweltfreundliche Energien und Energiespeicherung:
    Z.B. Neue Energiegewinnungsmöglichkeiten, neue Speichertechnologien oder Technologien für eine effiziente Netzgestaltung

  • Kreislaufwirtschaft:
    lesen Sie hierzu gerne unseren Blog-Artikel zum Thema Circular Economy

  • Nachhaltige Wasserwirtschaft:
    Gemeint sind damit die Verbesserung der Wassergewinnung, -aufbereitung, Maßnahmen zur Vermeidung von Wasserverschwendung und effizientere Verteilungssysteme

  • Rohstoff- und Materialeffizienz:
    Hierbei geht es um neue Materialien, neue, nachhaltige Designkonzepte und Ideen zur Steigerung der Materialeffizienz

  • Nachhaltige Mobilität:
    Ganz großes Thema hierbei sind alternative Kraftstoffe bzw. Antriebstechnologien. Dieser Bereich meint aber auch Infrastruktur- und Stauvermeidungskonzepte, auch im Sinne des Gesamtmobilität

  • Energieeffizienz:
    Hierbei geht es im Gegensatz zum ersten Leitmarkt nicht um Energiegewinnung, -speicherung o.ä., sondern um die Nutzung der Energie, also um Themen wie energieeffiziente Gebäude, Geräte oder energiesparende Produktionsverfahren

Die Cleantech Group aus San Francisco wählt in jedem Jahr die Global Cleantech 100. 100 Unternehmen, die sich im Cleantech-Bereich als besonders innovativ und vielversprechend herausgestellt haben und in den nächsten 5 Jahren eine besonders große Rolle spielen werden. Im Jahr 2019 sind auch zehn deutsche Unternehmen, vor allem Start-Ups, auf der Liste vertreten.

Eins der ausgewählten Unternehmen ist das Start-Up Sonnen, das sich um die Speicherung von Solarstrom von eigenen Photovoltaikanlagen auf dem Hausdach kümmert. Der gespeicherte Strom kann innerhalb eines Netzwerkes, der „Sonnencommunity“ geteilt werden. Zudem ausgezeichnet wurde das Unternehmen Unitricity. Dieses hat ein System für Ladestationen von Elektroautos entwickelt, die sehr viel weniger Platz im Stadtbild wegnehmen und über ein s.g. SmartCable den gesamten Abrechnungsprozess aus der Station entfernen und diese damit im Bau sehr viel weniger aufwendig macht.

Durch Clean Tech kann vielleicht nicht die eine Technologie entwickelt werden, die alle Probleme auf einmal löst. Jedoch können in der Summe die Vielzahl an Technologien in kleinen Schritten der richtigen Weg zur Lösung internationaler Umweltprobleme sein.

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