04. November 2019

3 Fragen an Hermann Meyersick, Geschäftsführer Public Affairs Deutschland der Ströer Gruppe

Im Rahmen des Symposiums "Wir, die Stadt", stellen wir einige Referenten über unseren Blog vor und lassen sie im Vorfeld drei Fragen zur Thematik Smart City beantworten.

Hermann Meyersick ist Geschäftsführer Public Affairs Deutschland innerhalb der Ströer Gruppe. Von 1985 bis 2007 war er in verschiedenen Fachbereichen und Positionen bei der Stadt Münster tätig – wie beispielsweise als stellvertretenden Leiter des städtischen Ordnungsamtes. Ab 2001 folgte die Ernennung zum städtischen Tourismusdirektor. 2008 wechselte er zur Ströer Gruppe, wo er seit 2015 als Geschäftsführer für Public Affairs/Beziehungsmanagement bundesweit verantwortlich zeichnet. Seit 2018 ist er zudem Geschäftsführer der STRÖER DSM in verschiedenen Funktionen.

Wann ist eine Stadt für Sie „smart“?

Eine Stadt empfinde ich dann als smart, wenn sie für mich als Bürger oder Besucher transparent und intuitiv erfassbar ist – und mir sinnvollen Service anbietet. Das moderne Leben ist sehr schnell geworden und verlangt jedem von uns täglich eine Menge in kürzester Zeit ab. Dinge, die einem nicht noch zusätzlich das Leben erschweren – oder besser noch – es vereinfachen, werden positiv wahrgenommen; sind smart. In einer Stadt, die ich besuche bedeutet das für mich z.B., die richtigen Informationen am richtigen Ort vorzufinden. Beim Eintreffen am Bahnhof direkt mit touristischen Informationen begrüßt zu werden – beispielsweise mit einem digitalen Stadtplan, einem Hinweis auf eine Stadt-App, die mich unkompliziert zu den Sehenswürdigkeiten navigiert. Hilfreich sind auch Informationen an der Straße, die mir als Autofahrer den Weg zum nächsten freien Parkhaus weisen. Als interessierter Bürger einer Stadt möchte ich wissen, was in meiner Stadt passiert. Was im Rathaus für mich als Bürger entschieden wird – und: wie ich mich bei einem mir wichtigen Thema einbringen kann.

Welche Faktoren sind für eine wirksame Bürgerbeteiligung entscheidend?

Eine funktionierende Kommunikationsplattform. Man spricht heute ja nicht einfach nur miteinander. Man chattet, twittert, schreibt Mails, manche auch Briefe – liest die Tageszeitung oder diverse Newsletter. Sucht sich gezielt seine Informationen im Internet – oder lässt sich pünktlich um 20 Uhr von der Tagesschau berieseln. Es ist schwer geworden „mal eben“ miteinander zu kommunizieren. Hier müssen Wege gefunden werden, Menschen mit wirklich guten Ideen und Lösungsansätzen so miteinander zu vernetzen, dass sie sich gegenseitig überhaupt erst mal wahrnehmen. Die unterschiedlichen Kommunikationskanäle müssen so gematcht werden, dass das Anliegen des einen oder der Lösungsvorschlag des anderen nicht ins Leere laufen.

Welche Fehler sollte bei der Etablierung tunlichst vermieden werden?

Es sollte keine Bevormundung stattfinden. Jeder Wille sich zu beteiligen, zu kommunizieren ist erst mal gut. Hier sollte kein Richtig oder Falsch definiert werden. Unsere Jugend zeigt uns heute mehr als deutlich, dass sie sich beteiligen will. Sie sind auf die Straße gegangen, weil sie zuvor über ihren Kommunikationskanal nicht gehört wurden. Hätten wir hier schon eine Art Dolmetscher gehabt, eine Kommunikationsplattform, die die verschiedenen Kanäle zusammenführt, hätte sich der Meinungsaustausch womöglich deutlich einfacher gestaltet.

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