Dienstag, 21.08 2012
• Vermarktung OC Mall gestartet
• Aufbau weiterer Werbeträger in der Türkei
• Trotz verhaltenem Ergebnis erstes Halbjahr 2012 im Rahmen der Erwartungen
• Konzernumsatz geht um 5,3 Prozent auf 267,4 Millionen Euro zurück
• Organisches Umsatzwachstum beträgt minus 4,9 Prozent
• Operational EBITDA verringert sich von 59,8 auf 40,8 Millionen Euro
• Periodenüberschuss auf Konzernebene verbessert
Die Ströer Out-of-Home Media AG sah sich im ersten Halbjahr 2012 weiter mit volatilen Märkten konfrontiert. Davon unabhängig hat der Konzern seine Investitionsschwerpunkte weiter vorangetrieben. Ströer konnte im ersten Halbjahr 2012 nicht an die hohen Umsatzerlöse des entsprechenden Vorjahreszeitraums anknüpfen. Im ersten Halbjahr 2012 ging der Konzernumsatz organisch um 4,9 Prozent (VJ: + 7,3 Prozent) zurück. Im Gesamtergebnis bedeutete dies einen Rückgang des Konzernumsatzes von 5,3 Prozent auf 267,4 Millionen Euro (VJ: 282,3 Millionen Euro). Ein Sondereffekt des ersten Halbjahres war die Fußball Europameisterschaft, die dem Außenwerbemarkt Budget entzog. Die Umsatzentwicklung und die mit den Wachstumsinvestitionen in Zusammenhang stehenden Kosten machten sich im Operational EBITDA bemerkbar, das sich auf 40,8 Millionen Euro (VJ: 59,8 Millionen Euro) reduzierte. Im Zuge dessen reduzierte sich die Operational EBITDA-Marge erwartungsgemäß und betrug 15,3 Prozent (VJ: 21,2 Prozent).
Insgesamt hat sich der Periodenüberschuss nach Steuern aufgrund eines deutlich verbesserten Finanzergebnisses von minus 1,2 Millionen Euro im Vorjahreszeitraum auf minus 0,2 Millionen Euro erhöht. Ursache hierfür sind im Wesentlichen der geringere Zinsaufwand infolge der im vergangenen Jahr vereinbarten Anpassung wichtiger Kreditkonditionen, sowie eine inzwischen deutliche Erholung der für Ströer wichtigsten Auslandswährungen in 2012. Der um Sondereffekte bereinigte Periodenüberschuss ging von 16,5 auf 2,9 Millionen Euro zurück.
"Wir befinden uns derzeit in einer Übergangsphase und setzen eines der größten Infrastrukturprojekte in der Geschichte der deutschen Außenwerbung um. Wir sind davon überzeugt, dass wir durch unsere hervorragende Marktposition, unsere anhaltenden Investitionen in Wachstumsprojekte und das Angebot an Qualitätsprodukten vom strukturellen Wandel in den Medienmärkten profitieren werden", erklärte Udo Müller, Vorstandsvorsitzender von Ströer.
Der Cash-Flow aus operativer Tätigkeit lag im zweiten Quartal wieder deutlich im positiven Bereich. Der Rückgang im Vergleich zum ersten Halbjahr 2011 auf 8,1 Millionen Euro (VJ: 23,7 Millionen Euro) spiegelt im Wesentlichen das zurückgegangene Bruttoergebnis vom Umsatz wider. Positiv haben sich die reduzierten Zins- und Steuerauszahlungen ausgewirkt. Insgesamt ergibt sich daraus ein im Vorjahresvergleich verringerter Free Cash-Flow in Höhe von minus 12,1 Millionen Euro (VJ: 1,7 Millionen Euro). Die Nettoverschuldung hingegen konnte gegenüber dem ersten Quartal dieses Jahres um 18 Millionen Euro gesenkt werden und der Verschuldungsgrad liegt derzeit nahezu unverändert bei 2,8. Im August, fast zwei Jahre vor Fälligkeit, stellte Ströer seine langfristige Konzernfinanzierung neu auf. Die mit der Refinanzierung erzielbaren Zinsvorteile werden schon 2013 zu weiteren Verbesserungen in Finanzergebnis und Cash-Flow führen.
Geschäftssegmente
Ströer Deutschland
Das Segment Ströer Deutschland konnte im ersten Halbjahr 2012 nicht an die sehr guten Ergebnisse des Vorjahres anknüpfen. Der Umsatz des zweiten Quartals lag zwar deutlich über dem des ersten Quartals in diesem Jahr, blieb aber hinter dem Vorjahr zurück. Dabei erzielte das Segment in den ersten sechs Monaten 2012 mit 198,5 Millionen Euro einen um 4,5 Prozent niedrigeren Umsatz als im Vorjahreszeitraum, das noch von einem besonders hohen Wachstum gekennzeichnet war (VJ: 207,8 Millionen Euro). Organisch ist der Umsatz um 4,9 Prozent gesunken (VJ: +8,8 Prozent). Das Operational EBITDA ging dadurch von 54,6 auf 42,7 Millionen Euro zurück, die Operational EBITDA-Marge verringerte sich von 26,3 auf 21,5 Prozent. Ströer hat innerhalb von knapp 20 Monaten rund 1.200 Out-of-Home-Channel in Bahnhöfen und Einkaufszentren aufgebaut und damit eines der weltweit größten digitalen Produktangebote mit nationaler Reichweite geschaffen. Seit dem 1. August wird nun das neue Digitalnetz in demselben Modus wie der Out-of-Home-Channel in den Bahnhöfen zusätzlich in 59 Einkaufszentren vermarktet.
Ströer Türkei
Der türkische Außenwerbemarkt war im ersten Halbjahr 2012 ebenso wie der deutsche durch konjunkturelle Unsicherheit gekennzeichnet. Dies übertrug sich auch auf die Umsätze im Segment Ströer Türkei. Dieser sank insgesamt von 44,9 Millionen Euro um 5,7 Prozent auf 42,4 Millionen Euro im ersten Halbjahr 2012. Das organische Wachstum betrug minus 4,0 Prozent nach plus 6,3 Prozent im Vorjahr. Die Umsatzkosten im Segment Türkei haben sich im ersten Halbjahr 2012 im Vergleich zum entsprechenden Vorjahreszeitraum erhöht. Wesentlicher Treiber dafür waren die Kosten für den Ausbau des Werbeträgernetzes in Folge des deutlich ausgeweiteten Billboard Vertrags in Istanbul, dem noch keine entsprechenden Umsätze gegenüberstanden. Durch diese Kostensteigerungen wurden Einsparungen bei den Overheadkosten ebenso wie der margensteigernde Effekt aus der Portfoliooptimierung überkompensiert. Im Ergebnis musste das Segment Ströer Türkei im ersten Halbjahr 2012 gegenüber dem Vorjahreszeitraum sowohl in Bezug auf das Operational EBITDA, das auf 1,8 Millionen Euro (VJ: 8,1 Millionen Euro) sank, als auch hinsichtlich der Operational EBITDA-Marge, welche auf 4,4 Prozent (VJ: 18,0 Prozent) zurückging, entsprechende Einbußen hinnehmen. Insgesamt sind im Rahmen des Wachstumsprojekts in der Türkei zurzeit über 1.500 neue Billboards aufgebaut worden und die Installation von 500 verglasten, hinterleuchteten Premium Billboards hat bereits begonnen.
Segment Sonstige
Im Segment Sonstige sind die polnischen Außenwerbeaktivitäten sowie das in der blowUP-Gruppe gebündelte westeuropäische Riesenpostergeschäft zusammengefasst. Innerhalb des Segments war die Entwicklung im ersten Halbjahr 2012 uneinheitlich.
Im Teilsegment Ströer Polen konnte ein Rückgang der Umsatzerlöse durch Kosteneinsparungen sowohl bei den Bewirtschaftungskosten für Werbeträger als auch bei den Overhead-Kosten überkompensiert werden, wodurch sich das Operational EBITDA und die Operational EBITDA-Marge leicht verbesserten. Die Umsätze im Teilsegment blowUP blieben hinter denen des sehr starken ersten Halbjahres 2011 zurück. Ursächlich hierfür waren margenstarke, landesübergreifende Kampagnen im ersten Halbjahr des Vorjahres, die im ersten Halbjahr 2012 nicht in diesem Umfang wiederholt werden konnten, da das Geschäft mit Riesenpostern generell früh auf konjunkturelle Schwankungen reagiert. Insgesamt ging der Umsatz im Segment Sonstige um 10,3 Prozent auf 26,7 Millionen Euro (VJ: 29,8 Millionen Euro) zurück, während das organische Wachstum auf minus 7,1 Prozent sank (VJ: minus 3,3 Prozent). Das Operational EBITDA ging von 2,2 auf 0,4 Millionen Euro zurück, die entsprechende Operational EBITDA-Marge reduzierte sich von 7,5 auf 1,7 Prozent.
Ausblick
Für das vor uns liegende dritte Quartal dieses Jahres sehen wir noch keine Besserung der gesamtwirtschaftlichen Lage oder der Medienmarktsituation. Die Außenwerbemärkte werden weiterhin von Unsicherheiten auf den Finanzmärkten und von temporären Verschiebungen der Werbebudgets im Umfeld der Olympischen Spiele beeinträchtigt bleiben. Die Gruppe erwartet daher für das dritte Quartal nur eine prozentuale organische Umsatzentwicklung ähnlich der im zweiten Quartal dieses Jahres.
» Konzern-Finanzkennzahlen im Überblick
» Finanzkennzahlen der Segmente
(Quelle: stroeer.de, 21.08.2012)




